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Normale Version: Preisaufschlag auf Linden Dollars im Second Life
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Gestern hörte ich in einer Diskussion zum Umzug der Server von Linden Lab auf AWS ganz nebenbei, dass Second Life teurer wird. Etwas erstaunt darüber habe ich Google und den Second Life Blog von Linden Lab zurate gezogen und bin dabei fündig geworden. Tatsächlich ist der Preisaufschlag bereits am 22. April 2021 in Kraft getreten.

Was teurer wurde ist der Kauf von Linden Dollars und zwar indem die bisherige Pauschalgebühr von US$ 1.49 durch einen Prozentsatz von 7.5%, gedeckelt auf US$ 9.99, ersetzt wurde.

Die offizielle Bekanntgabe könnt ihr im Second Life Blog nachlesen (nur Englisch).
Glaube grundsätzlich verständlich dass Linden Lab versucht so den Userschwund zu kompensieren. Eine derartige Virtuelle Marktwirtschaft wie zu anfangs gerne propagiert ist SL ja nie geworden.
Frage mich eher wo Linden Lab langfristig mit hin will. Sansar wurde eingestellt, verkauft und das aktuelle Second Life scheint nun langsam doch stark in die Jahre gekommen, zumindest wenn man es mit den vielen anderen, wenn auch nicht derart individuellen Plattformen vergleicht.
Second Life scheint jetzt endgültig auf dem absteigenden Ast angekommen zu sein. Die negativen Folgen, die alle haben kommen sehen durch die Übernahme durch diese Investmentbank, wo es immer hieß: "Nein, Leute, positiv denken, das wird jetzt alles besser", die kommen jetzt tatsächlich.

Erstmal wird Second Life teurer. Und wie es aussieht, wird es jetzt noch weniger Innovationen und Weiterentwicklungen geben als sowieso schon.

Man versucht jetzt krampfhaft, noch mehr Geld aus den Leuten rauszuquetschen und gleichzeitig weniger dafür auszugeben. Die Investoren wollen letztlich wohl doch nur immer mehr Gewinnmaximierung.
Doofe nur dass es keine neuen Leute gibt. Es sind ja alles nur Stammnutzer, die durchaus sehr aktiv und beständig bleiben, aber irgendwann auch immer Rückläufiger sind. Ohne neue Nutzer wird das immer schwieriger ensprechend Gewinne einzufahren.
Will es nicht schwarz malen, zumal man eigentlich seit dem man in SecondLife existiert immer wieder ein vermeidliches Ende angedichtet bekommt, welches nie eingetreten ist. Wer weiß vielleicht ist das ja nicht der einzige Schritt. Für mich muss Linden Lab jedenfalls wirklich wieder einiges tun um interessant zu bleiben, auch vom gesamten Aufbau. Wer neu nach SL kommt findet doch nur noch gähnende Leere und eine völlig unübersichtliche Map wieder. Da hilft auch der Reiseführer wenig.
Second Life hält sich eigentlich nur deshalb noch wacker, weil es für viele Nutzer keine Alternativen gibt.

Von OpenSim haben immer noch viele nicht gehört. Denen, die davon gehört haben, ist es entweder suspekt, oder es interessiert sie nicht, weil sie damit nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten können, oder sie sind eh schon da. Und denen wiederum ist auch klar, daß OpenSim nie und nimmer einen größeren Exodus aus Second Life aufnehmen könnte.

Die neueren Grids sind in erster Linie für jüngere Leute interessant, die vorher sowas noch nie genutzt haben und im Prinzip nur Spaß haben und Leute treffen wollen. Wer aber selbst kreativ werden und seinen Teil zur jeweiligen Onlinewelt beitragen will, für den sind die weniger was. Alles an Content muß aufwendig extern angefertigt werden inklusive aller Skripte, die vielfach erst noch in Binärcode kompiliert werden müssen. Dann muß man es häufig auch noch auf einen möglichst dicken und leistungsfähigen Webserver hochladen, und erst dann kann man's in die Welt bringen. Für jede kleinste Änderung muß man das halbe Prozedere noch einmal durchziehen. In-world-Bauen, -Skripten usw. gibt's da nicht. Wer das noch kennt, für den sind diese neuen Welten "hübsch, aber langweilig und unkreativ".

Da ist es kein Wunder, daß viele bis heute eisern an Second Life festhalten.

Und dann sind da noch die, die sich in Second Life wirklich über die Jahre richtig was aufgebaut und viel Zeit und Geld investiert haben. Die werden natürlich auch nicht einfach abhauen und das alles wieder zunichte machen.

Daß kein frisches Blut reinkommt, ist verständlich. Gerade jüngere Leute lassen sich von Visuellem leiten und gehen nach der schicksten Grafik. Dann kennen die schon sowas wie Fortnite und stoßen auf Second Life mit seiner zwei Jahrzehnte alten Grafikengine, die ja alle Viewer und damit auch OpenSim mehr oder weniger 1:1 übernommen haben. Ich meine, der Content ist besser geworden. Wäre Mesh damals nicht bis zum Bau menschlicher Körper eskaliert, stünde Second Life heute noch schlechter da. Aber eine Asbach-Engine, die vor allem nie oder lange nicht mehr nennenswert weiterentwickelt wurde (außer vielleicht mit der Einführung von EEP), kann auch den besten 3D-Content nicht zeitgemäß rendern.
wie war das noch? da hast du die Wahl zwichen Pest und Colera (beides gleichzeitig) oder Investoren, also her mit dem Klopapier!
(29.04.2021, 13:22)Jupiter Rowland schrieb: [ -> ]Second Life hält sich eigentlich nur deshalb noch wacker, weil es für viele Nutzer keine Alternativen gibt.

Die neueren Grids sind in erster Linie für jüngere Leute interessant, die vorher sowas noch nie genutzt haben und im Prinzip nur Spaß haben und Leute treffen wollen. Wer aber selbst kreativ werden und seinen Teil zur jeweiligen Onlinewelt beitragen will, für den sind die weniger was. Alles an Content muß aufwendig extern angefertigt werden inklusive aller Skripte, die vielfach erst noch in Binärcode kompiliert werden müssen. Dann muß man es häufig auch noch auf einen möglichst dicken und leistungsfähigen Webserver hochladen, und erst dann kann man's in die Welt bringen. Für jede kleinste Änderung muß man das halbe Prozedere noch einmal durchziehen. In-world-Bauen, -Skripten usw. gibt's da nicht. Wer das noch kennt, für den sind diese neuen Welten "hübsch, aber langweilig und unkreativ".

Na ja so schwer finde ich ist es eigentlich nicht, wenn man eben eine ganz andere herangehensweise hat. Für mich ist OpenSim und war übrigens auch Second Life das was es einfach ist, ein Spiel. Es ist einfach viel mehr als ein einfacher 3D Chat oder ein Werkzeug zum Puppen basteln. Das verschwieben und hochgebastel mit Prims macht Spaß und da ist es auch egal ob das Ergebnis am Ende so bombastisch aussieht. Minecraft wird immer schlechter aussehen und trotzdem sind dort viele, warum? Weil es eine Quest gibt und vor allen weil es richtig vermarktet wird. Ich denke OpenSim kann durchaus was, nur steckt einfach vieles für die Leute erstmal im verborgenen. Klar das enspricht am Ende nicht das was man eigentlich mit SL erreichen wollte, bzw. die meisten haben vor allen für jede Menge Kontakte diese Welt aufgesucht. Denke sogar dass vielen OS selbst offline Spaß machen kann, wenn man es einfach als eine tolle Möglichkeit der persönlichen Gestaltung ansieht. Smile
Für meinen Homeserver habe ich einen M1 Mac Mini, was für mich alleine zumindest echt flüssig läuft. Ich kann nebenbei sogar Videos rendern, also durchaus machbar. Smile

Zitat:Daß kein frisches Blut reinkommt, ist verständlich. Gerade jüngere Leute lassen sich von Visuellem leiten und gehen nach der schicksten Grafik. Dann kennen die schon sowas wie Fortnite und stoßen auf Second Life mit seiner zwei Jahrzehnte alten Grafikengine, die ja alle Viewer und damit auch OpenSim mehr oder weniger 1:1 übernommen haben. Ich meine, der Content ist besser geworden. Wäre Mesh damals nicht bis zum Bau menschlicher Körper eskaliert, stünde Second Life heute noch schlechter da. Aber eine Asbach-Engine, die vor allem nie oder lange nicht mehr nennenswert weiterentwickelt wurde (außer vielleicht mit der Einführung von EEP), kann auch den besten 3D-Content nicht zeitgemäß rendern.
Man muss einfach sich überlegen wofür die Leute nach SL kommen sollen. 3D Chat? Virtuelle Identität? Wer braucht das? Ich kann viel einfacher mit Menschen z.B. über Discord schreiben und mich real unterhalten. Es gibt Soziale Netzwerke auf denen gerade Informationen einfach viel besser geteilt werden können. Ein sogenanntes Web3D braucht einfach niemand. Auch das Spiel mit der besten Grafik kann am Ende floppen und für Nutzer völlig untinteressant sein, wenn es eine schlechte oder gar keine Quest hat. SecondLife bietet keine und das macht es selbst für neugierige irgendwann zwangsweise langweilig. Da hat Linden Lab wirklich was verschlafen.
(29.04.2021, 13:45)Catie Chiung schrieb: [ -> ]Auch das Spiel mit der besten Grafik kann am Ende floppen und für Nutzer völlig untinteressant sein, wenn es eine schlechte oder gar keine Quest hat. SecondLife bietet keine und das macht es selbst für neugierige irgendwann zwangsweise langweilig. Da hat Linden Lab wirklich was verschlafen.
Eine Zwangs-Quest, der andere Elemente geopfert werden, kann aber auch nicht die Lösung sein. Das vertreibt zum einen die, die keine Quest wollen. Und zum anderen wird es uninteressant, wenn man die Quest erst hinter sich hat.

Eigentlich ist das Konzept von Second Life (und damit auch OpenSim) nicht so schlecht. Man kann sich, wie der Name "Second Life" schon sagt, eine Art zweites 3D-Online-Leben in einer MMO-Welt aufbauen – und vor allem, wenn man will, relativ einfach an der Welt mitbauen. Zwei Dinge machen Second Life und OpenSim zu dem, was sie sind: nicht nur ziemlich ungehinderte Kreativität, sondern auch Immersion. Wenn man will (und einem die "Sind ja bloß Pixel"-Fraktion, die beides nur als glorifizierten 3D-Chat ansieht, das nicht vermiest), kann man sich ziemlich gut in seinen Avatar hineinversetzen.
Irgendeinen Anreiz für das Verbleiben in SL würde bestimmt helfen.
Und seien es Boni für das Avataralter oder gesammelten Online-Zeiten.
Was natürlich nur für zahlende/ Premium Mitglieder gelten würde.

Ansonsten gebe ich SL nicht mehr lange, was aber auch schon seit 14 Jahren vorhergesagt wird. Big Grin
Vor 14 Jahren habe ich noch fest an SL geglaubt und viel Zeit und Geld in SL investiert. Meine Zweifel kamen erst vor rund 10 Jahren Smile Spass hatte ich immer noch, aber der Enthusiasmus ist verschwunden und hat sich allmählich immer mehr in Richtung Opensimulator verlagert.
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