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Geteilte Erfahrungen mit Ubuntu 18.04
#1
Seit dem Release im April habe ich nun auf zwei V-Servern und meinem Desktop-Rechner jeweils Ubuntu 18.04 neu installiert. Diesmal war es sehr reibungsarm, weshalb ich mein "Benutzer-Erlebnis" teilen möchte.

Den bisher genutzten Hardware-Server habe ich aufgegeben, und stattdessen drei einzelne V-Server aus der neuen Hetzner-Cloud geklickt. Als Basis wurden die Default-Images verwendet, die das Rechenzentrum fertig anbietet. Auch das firmeneigene Programm "Cloud-Init" habe ich drauf gelassen, weil es u.a. lustige Statistiken (Prozessorlast, Traffic usw.) erzeugt, die man sich im eigenen Account übers Webinterface anschauen kann.

Server 1, ein vCore und 2 GB: Gehostet sind dort Mediawiki, mehrere Webseiten und Webmail, mit IPv4 und IPv6. Es gibt nichts zu berichten, läuft einfach.

Server 2, zwei vCores und 4 GB: Gehostet ist dort zweimal OpenSim (Arriba-Fork) mit Mono 5.x (aktuelle Stable aus dem Repository von Microsoft/.NET). Es gibt nichts zu berichten, läuft einfach.

Abgesehen von zusätzlichen Dingen, die in meiner Anleitung nicht erfasst sind, sind die beiden obigen Server gemäß dem eigenen Tutorial installiert.

Server 3, ein vCore und 2 GB: Gehostet wird dort Freifunk. Hier konnte ich Ubuntu nicht nehmen, zumindest nicht wie vorinstalliert.
Problem:
Ubuntu hat die Netzwerkkonfiguration vom bewährten "ifupdown" auf ein unausgegorenes Eigengebräu "Netplan" umgestellt. Wenn es nur eine Netzwerkschnittstelle gibt (wie auf den beiden Servern oben), ist das ziemlich egal. Der Freifunk-Server hat aber mehrere VLANs, ca. ein Dutzend Schnittstellen/Interfaces, und die Verbindungen werden durch Scripte zur Laufzeit hochzyklisch dynamisch verändert. Das mal schnell auf Netplan umzustellen ist illusorisch. Natürlich könnte Netplan von Hand wieder gegen die bisherigen Dienste ausgetauscht werden, ifupdown liegt noch im Repository. Aber ich entschied mich auf diesem Server dann doch für Debian 9, statt Hand ans Betriebssystem anzulegen.

Desktoprechner zu Hause
Es gab die üblichen Schwierigkeiten, für die Windows-Version von Steam und Skyrim per Versuch und Irrtum eine passende Wine-Version zu finden. Die Module für DVD und Blu-Ray zu finden, war erstaunlich unproblematisch. Firestorm, Unity und Sine Space ließen sich nach Anleitung installieren. (Letztere drei Programme haben Potenzial für Schwierigkeiten, weil sie ähnlich wie Wine mit 386'er Binaries und/oder separaten Mono-Versionen daherkommen.) Mono 5.x und Monodevelop (aktuelle Stable aus dem Repository von Microsoft/.NET), sowie das neue Visual Studio Code laufen wie geschmiert, letzteres auch für diverse andere Sprachen wie z.B. C++.
Probleme:
1) Nach einem Login-Fehlversuch bleibt meistens nach dem zweiten Versuch der Rechner mit dem violetten Anmelde-Hintergrud stehen und muss mit dem Taster am Rechner abgeschaltet werden. Das ist ein bekannter Fehler, der auch schon vor ein paar Tagen behoben wurde. Der Bugfix muss jetzt nur noch den Weg in ein reguläres Update finden.
2) Als Default Soundausgabequelle wählte Ubuntu bei mir eine digitale Schnittstelle, wo die Lautstärke nicht verstellt werden kann. Es gibt keine Möglichkeit, diese Defaulteinstellung irgendwo in der Bedienoberfläche zu ändern. Workaround war, eine Konfigurationsdatei manuell zu editieren.
3) Im grafischen Installer "Ubuntu Software" werden viele Programme sowohl als Snap-Store-Version als auch als normale Paketversion angeboten. Man muss aufpassen und das Kleingedruckte lesen, um nicht versehentlich unerwünschte Snaps aufs System zu bekommen. Manche Pakete bemerkt der grafische Installer nicht, wenn man sie über die Kommandozeile mit apt-get install installiert und zeigt sie weiterhin als nicht installiert an. (Grafisch noch mal "drüberinstallieren" hilft.)
4) Für Analysezwecke sammelt Ubuntu nun auch einige Daten, sie werden aber angeblich nur anonymisiert statistisch ausgewertet. Die Statistiken sollen veröffentlicht werden, außerdem gibt es eine Opt-Out Funktion.
5) Der aktuell mitgelieferte Thunderbird kommt noch nicht reibungslos mit den neuen farbigen Emojis klar. Sie werden in den Mail-Listen riesengroß angezeigt, wenn Mails deren Symbole im Header verwenden. (Außer Werbemails macht sowas bei mir aber eh niemand.)
Hyperweb.eu => Server-Tutorial für Linux mit OpenSim, OpenSim Arriba compiliert und für Metropolis konfiguriert!
[-] The following 3 users say Thank You to Mareta Dagostino for this post:
  • Bogus Curry, Dorena Verne, Pius Noel
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#2
Hey Mareta,

danke für diese Einblick, finde ich immer wieder spannend.
V-Server sind ja heute fast so leistungstark wie ein älterer Server.
Die Technologie wird da auch immer besser, denke ich.

Von diesen Snap Programmen seh ich ab und bleibe bei den herkömmlichen Paketen.
Linux benutze ich beruflich vorwiegend im Server Bereich für unsere Services mit NGinx und diverse Datenbank Engines.
Ansonsten haben wir da Windows 10 auf den Clients.
Privat versuche ich so viel wie möglich mit Linux abzudecken, und nutze da vorwiegend das Office 365 Online.
So wenig lokal installierte Software wie möglich, und den Rest Online, da bin ich Fan davon Smile
Grüsse, Pharcide
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#3
Freifunk - kenne ich (zugegebenermaßen) nicht gut, nur als Router, "den man sich in die ecke hängt" um anderen freien Zugang zum Internet zu ermöglichen. Du hast mein Interesse geweckt, wie spielt da ein Server mit 'rein?
if i could smile i would.
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#4
Die Freifunk Router verbinden sich untereinander durch die Luft, sofern in Funkreichweite. Ansonsten über Tunnel durch den "gespendeten" Internetzugang des Routerbetreibers mit einem Gateway. Viele Gateways sind untereinander zu einem Freifunk-Backbonenetz verbunden, außerdem bieten die Gateways in der Regel einen Exit ins Internet an. Zusätzlich vergeben die Gateways dynamische IP-Adressen an die Clients im Freifunk-Netz, machen DNS und was sonst so im Freifunk-Netz an Diensten angeboten wird.

Infobroschüre

Beispiel Backbone-Netz von Nürnberg-Fürth (vereinfacht)

Ich leite allerdings über die Firma Mullvad in Schweden ins Internet aus, während die Nürnberger über einen eingetragenen Verein direkt in Franken ausleiten. Die "Nodes" in der Grafik sind die Router.

EDIT: Aktuelles Backbone-Netz aus Sicht meines Gateways: In der Grafik ist der rote Punkt meins, die violetten Punkte sind Nachbarn, zu denen ich direkte Tunnel habe, blau das restliche Backbone-Netz. In den Listen sind weiß die Routen, die mein Gateway direkt anbietet, gelb die Tunnel zu den direkten Nachbar-Gateways. Die lange grüne Liste sind alle diesem Gateway bekannten Routen, dunkelgrün die gerade aktiven.

http://195.201.121.6/babelweb.html
Hyperweb.eu => Server-Tutorial für Linux mit OpenSim, OpenSim Arriba compiliert und für Metropolis konfiguriert!
[-] The following 2 users say Thank You to Mareta Dagostino for this post:
  • Dorena Verne, GamaTotchi Yoshikawa
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#5
(29.05.2018, 08:53)Mareta Dagostino schrieb: Ich leite allerdings über die Firma Mullvad in Schweden ins Internet aus

Sehr interessant, die schaue ich mir doch mal näher an.  Rolleyes

Zum Thema:
Mir sind die Ubuntus eigendlich zu fett. Auch das sie mittlerweile mal gerne nach Hause telefonieren, gefällt mir weniger.
Ansonsten natrürlich lieben dank für deinen umfangreichen Erfahrungsbericht, Mareta. Smile
Zur Zeit versuche ich mich mal in Richtung Arch. nach meiner doch positiven Erfahrung mit Manjaro auf meinem alten Dell-Lapi, will ich mich mal an das Arch-Original wagen. Cool
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#6
Zu Manjaro und Arch gibts gute Videos bei unicks.eu Smile
Grüsse, Pharcide
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